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Veröffentlicht am 16.04.2017 von nemesis

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Musik und die Welt des Digitalen

Mit dem Fortschreiten der Technologie fanden auch in fast sämtlichen Bereichen des Lebens immer wieder statt und dies wird auch künftig so bleiben. So manche Weiterentwicklungen nahmen und nehmen natürlich enormen Einfluss auf die Entertainment-Branche. An sich war der Weg für Musik, Film und teils auch Literatur vorgezeichnet, als CDs und DVDs Einzug hielten und dank geeigneter Computerprogramme ein Kopieren wesentlich vereinfachten.

Geräte-Ersparnis

Natürlich bot dies viele Vorteile: Musik und Film wurden auch via PC abspielbar, wer auf keine besonderen Sound achtete, konnte beides nun auch locker leicht über den PC abspielen. An Video- bzw DVD-Rekorder und Musikanlage konnte ab diesem Zeitpunkt getrost verzichtet werden. Außer man war und ist Fan einer gewissen Performance.

Software wie der kostenlose Acrobat Reader und nachfolgend auch andere PDF-Programme machten es möglich, Bücher digital auf dem PC zu lesen. Natürlich, sofern das Buch auch als digitale Form, also als e-Book oder neu ePub vorlag. Im Laufe der Zeit wurden für alle Bereiche Schutzmaßnahmen gegen Kopieren eingeführt. Manche e-Books sind nur mit entsprechender Software und Lizenz zu lesen – wobei auch ganz klar gesagt werden muss: Ein „normales“ Buch in PDF umzuwandeln und ins Netz zu stellen, scheitert durchaus öfter an der Faulheit der Menschen als einfach mal eine CD schnell zu digitalisieren.

Wer scannt schon (Scanner vorausgesetzt) ein 700-Seiten Buch wie Stephen King´s „Doctor Sleep“ ein, wandelt das ganz e in PDF und stellt es einfach so ins Netz… Niemand. Die Bücher-Industrie ist so eher der Schädigung durch die Einführung des e-Book-Formates per se unterworfen und hat sich so gesehen das Ei selbst gelegt. Fortschritt fordert seinen Tribut und auch muss eines in puncto Bücher und Co angemerkt werden: Die Preise. Diese sind bei e-Books oder auch anderen Formaten moderat kalkuliert – der Reiz der Geldersparnis ist recht gering, die Preise scheinen angemessen und 7 Euro sind eben unter der magischen „eine 0 hintendran“-Grenze.

Der kleine, aber feine Unterschied

Nun, für Filme und CDEs hieß es an erster Stelle: Kopierschutz. Leider schossen sich viele Plattenfirmen damit selbst ins aus. Manch einer hatte eben nur einen PC und keine Musikanlage mehr – doch einige Kopierschutzmaßnahmen ließen ein Abspielen via CD-Rom-Laufwerk gar nicht zu. Also: Entweder Musikanlage kaufen oder die CD in die Tonne treten.

Die Labels reagierten größtenteils und brachten die gleiche CD mit einem anderen Schutz heraus. Je raffinierter die Schutzmaßnahmen wurden, umso einfallsreicher allerdings auch die „Gegenseite“.
Programme, vor allem freie Tools oder Shareware (teils kostenlose Software) warben mit dem Umgehen von Schutzmaßnahmen.

Alles hat eine Krux

Diverse Software befand sich gerade in der Anfangszeit in dieser Hinsicht auf den Markt und nicht wenige Computerbesitzer und „Schwarz-Kopierer“ durften ihre Systeme neu aufsetzen. Grund: Mit dem ach so tollen, uneigennützigen Programm hatte man sich auch gleich einen fetten Virus oder Trojaner usw. eingefangen.

Wer also denkt, jede Freeware sei aus reiner Menschengüte auf dem Markt, hat die Rechnung ohne den schnöden Mammon oder sonstige Bösartigkeiten gemacht. Im schlimmsten Fall bringt solche Freeware schlichtweg unerwünschte Browser-Erweiterungen mit sich oder tausend noch nervigere Pop-Ups, die sich ständig öffnen mit sich. Was aber derart überhand nehmen kann, dass man ohne Brachial-„Aufräum“-Software wie Malware Bytes, Revo oder Ad Aware, um nur einige zu nennen, den PC auch am liebsten gegen die Wand prellen möchte. Man will geschmeidig schlicht auf eine Internetseite, vielleicht sogar aus beruflichen Gründen und was passiert: Alles elend langsam, aber an jeder Ecke erschlägt einen blinkende Werbung. Man bekommt alles nur nicht die Seite, die man wollte. Tja, kleine Sünden – oder auch schlichtweg Unaufmerksamkeit bei der Installation. Sei´s drum.

Man muss mit der Zeit gehen

Das dachte sich wohl jeder und hielt sich auch in der Entertainment-Branche für einen jener, die an erster Stelle auch dabei sein mussten. Oder, wie Künstler, dieser Entwicklung einfach ausgeliefert waren. Einige Labels und Bands reagierten auf nicht-funktionierende CDs am PC mit eigenen Player, die zu ihrer CD kompatibel waren, doch dieses Prinzip setzte sich nicht durch und der Pirateriue so gut wie nichts entgegen.

Der Weg zur weiteren Digitalisierung war bereits eingeschlagen. Die Plattenindustrie hat sich mit ihrer Preisgestaltung sicher keinen Gefallen getan und je leichter es wurde, Musik auch umsonst zu bekommen oder5 auch via Tools von youtube einfach als MP3 auf den Rechner zu konvertieren, umso niedriger wurde auch jenen die Hemmschwelle, die 17 Euro für eine CD nicht ruinieren. Warum bezahlen, wenn es auch anders geht.

Auch in Sachen Film versucht man verzweifelt mit allen Mitteln, die finanziellen Ausfälle aufzufangen:
Erst erscheint eine normale Version eines Films, dann wird eine „Extendend“ nachgeschoben. Die richtigen Fans werden beides kaufen. Dann kommt bei einer Filmreihe das Boxset, dann die erweiterte Fassung des Boxsets. Und – hupps. Alte Klassiker werden als Director´s Cut neu aufgelegt.

Alter Hut, aber es stopft die Löcher

Sehr zynisch angemerkt: Sehr beliebt scheinen auch die Möglichkeiten zu sein, die das Ableben oder sonstige an sich tragische Ereignisse um ein Entertainment-Produkt mit sich bringen: Es besteht aus psychologischer Sicht erhöhte Empfindsamkeit für eine einen Künstler, eine Band usw und nach dessen Ableben fällt jedem ein, dass man dessen Werke nun doch und/ oder erst recht haben muss. Ob die Neu-Auflage der Biographie von David Bowie, das Hieven auf Platz Eins der Single-Charts von Motöhead´s „Ace Of Spades“ sind Zeugen der Zeit dieser psychischen Einflussnahme.

Marketing-Experten machen sich dies natürlich zu Nutze. Es wäre auch Job-Verfehlung, wenn dem nicht so wäre. Die Kunst für den Konsumenten ist hier zu unterscheiden: Will oder brauch ich das Produkt nun wirklich oder lasse ich mich manipulieren. Diese Verantwortung kann kein Fan oder Konsument mit „das ist doch nur Geldschneiderei“ im Nachhinein abtun.

Aber was funktioniert wirklich?

Mit dem Verbraucherrecht wurde auch immer weiter am Urheberrecht geschraubt. So darf der Schutz von geistigem Eigentum nicht so weit gehen, dass es den bestimmungsgemäßen Gebrauch einer Sache verhagelt. Kurzum: Eine CD, die wegen ihres Kopierschutzes nicht abgespielt werden kann, darf nicht sein.

Nun, die digitale Verbreitung von Kunst war schon eingeleitet, Napster taten – meiner bescheidenen Meinung nach – im Grundprinzip nicht schlecht mit ihrem Konzept. Aber sei´s drum. Musik kann mittlerweile im „All you can eat“-Modus angehört werden – für Flatrates, die für den Künstler einen lächerlichen Ersatz in ihrer Summe als Einkommen bieten. Würde man so manchen, der sich an diesen Portalen wie Spotify usw. ergötzt, in seinem Job so behandeln, er würde wohl dankend das Gehalt ablehnen. Warum? Ganz einfach. Weil die Berechnungsgrundlage einfach erniedrigend ist. Es läppern sich zwar Mini-Beträge zusammen und Kleinvieh macht auch Mist, aber fahler Nachgeschmack bleibt einfach. Nicht wenige Künstler winken da eher angesichts des Schecks mit den erzielten Einnahmen bei 100.000 Klicks verächtlich ab. Und Menschen/ Konsumenten, die meinen, das habe etwas mit Undankbarkeit zu tun, können sich glücklich schätzen, nicht auch auf diese Aret ihr Geld verdienen zu müssen.

Was ermöglicht das Urheberrecht bzw wleche Schutzmaßnahmen gibt es?

Neben den negativen Konsequenzen der Digitalisierung hat die ganze Sache allerdings auch einen Vorteil. CDs und DVDs, davon sind natürlich auch Computerprogramme betroffen, können (noch) nicht derart geschützt werden, dass sie sowohl dem Urheber als auch dem Konsumenten ausreichend Schutz bieten. Aber: In Sachen digitaler Download hat sich einiges getan. Wo Computerprogramme auf ein digitales Wasserzeichen zurückgreifen und so durch bestehende Kommunikation mit dem lizensierten Programm in gewissen Abständen überprüfen können, wie oft z.B. eine unberechtigte Nutzung unter Seriennummer usw stattgefunden hat (sogenannte Validierung).

Digital erworbene Musik und auch Filme können so zum Ursprung des Käufers zurückverfolgt werden, tauchen diese Daten im Netz auf. Verteilt also der Käufer eines digitalen Album-Downloads die Musik munter fröhlich in der Gegend, kann dies entdeckt und zu ihm zurück verfolgt werden. Punkt um.

Ärgerlich sicher für den Abstauber, nützlich für die Kunst. Und die sollten wir alle miteinander mal wieder mehr zu schätzen lernen.

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