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Veröffentlicht am 09.05.2016 von Stefanie Loske

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Udo Jürgens

Udo Jürgens war seiner Zeit ein Phänomen. Er begeisterte mit seinem enormen Talent, seinem Charisma und seiner Arbeitsdisziplin. Durch all das, avancierte er zum einflussreichsten Künstler der deutschen Nachkriegszeit.

Erste Single floppt

1934 wird Udo Jürgens in Österreich als Udo Jürgen Bockelmann geboren und wächst behütet im Schloss Kärnten auf. 1948 beginnt er ein Musikstudium in Klavier, Harmonielehre, Gesang und Komposition und schreibt auch seine ersten eigenen Lieder. In verschiedenen Bands hat er Auftritte, doch seine erste Single „Es Waren Weiße Chrysanthemen“ floppt erst einmal. Ab 1954 trägt er fortan den Künstlernamen Udo Jürgens und tritt so richtig in Erscheinung, als er 1960 auf einem Festival in Belgien zum besten Solokünstler gekürt wird.

Dort kann er mit „Jenny“ seinen ersten Nummer-Eins-Hit landen und schreibt für Shirley Bassey den Welthit „Reach For The Stars“. Seine Karriere nimmt von nun an einen positiven Verlauf. 1966 kann er beim Grand Prix Eurovision de la Chancon in Luxemburg nach dreimaliger Teilnahme den ersten Platz einheimsen. Danach kann man Udo Jürgens nicht mehr aufhalten und er schafft allerlei Rekorde, heimst unzählige Preise und Verdienstorden ein. Alles aufzuzählen, kann hier nur den Rahmen sprengen.

Ende der 80er Jahre kennt ihn fast jeder

Deutlich werden eine Erfolge auch dadurch, dass Anfang der 80er Jahre 95 Prozent der deutschen Bevölkerung Udo Jürgens kennen. Bei einem Auftritt in China, bei dem Jürgens mit Cheng Fangyang ein Duett singt, schauen unglaubliche 400 Millionen Chinesen zu. 1993 bekommt er beim Label BMG Ariola einen Vertrag auf Lebenszeit – als einziger deutschsprachiger Künstler! Geschuldet ist das wohl seinem mehr als 20 Jahre lang andauerndem Erfolg in den einheimischen Charts und den Erfolgen im Ausland.

96´ bekommt er sogar einen FIFA-Orden für Verdienste um den Sport für seine zahlreichen WM-Songs von 78´ 90´ und 98´ und den Abschiedssong für Bundestrainer Helmut Schön. Seine Songs komponiert er alle selbst und durch seine große Bandbreite lässt er sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. Seine Lieder spielt er am Klavier mit einem Orchester ein, wodurch sich ruhigere Lieger mit bombastischen Stücken abwechseln, zu denen auch gut getanzt werden kann. Er entwickelt einen Stil, der von seiner Ausstrahlung und seiner charismatischen Stimme getragen wird.

Er geht mit der Zeit

Dass er auch mit der Zeit gehen kann, beweist er immer wieder. Er bindet Discosound, rockige Töne, Country oder auch Reggae mit in seine Musik ein. Wo er die Musik immer selbst komponiert, holt er sich bei den Texten durchaus einmal Hilfe bei befreundeten Songschreibern. Und er schreibt nicht nur Liebeslieder, sondern widmet sich auch ernsten Themen wie der Überbevölkerung, der Gefahr eines 3. Weltkrieges oder der Umweltverschmutzung und vielem mehr.
Durch den multikulturellen Einfluss seiner Eltern, hat er keinerlei Berührungsängste, wenn es um andere Sprachen oder Kulturen geht. Daher gehen seine Erfolge auch deutlich weiter als bis nach Österreich oder Deutschland – sie erstrecken sich über die komplette Welt. Übersetzte Lieder, singt er auch gerne selbst in der jeweiligen Sprache. Neben Rio Reiser und Herbert Grönemeyer gehört Jürgens zu den wichtigsten Sängern, wenn es um poetische und anspruchsvolle Texte innerhalb der Popmusik geht.

Er strotzt im Alter vor Energie

Auch im Alter strotzt er noch vor künstlerischer Energie und zeigt um und nach der Jahrtausendwende was immer noch in ihm steckt. Mit neuer Musik und einer riesigen Tournee vor hunderttausenden Fans begeistert er seine Bewunderer aufs Neue und zeigt seine weiter andauernde Power. 2007 feiert sogar sein eigenes Musical „Ich War Noch Niemals In New York“ in Hamburg Premiere. Darin sind 23 seiner Songs zu hören.
2008 bringt er mit „Einfach Ich“ eines seiner interessantesten Alben überhaupt heraus. Aufgenommen wurde es mit zahlreichen Gastmusikern und dem London Musicians´ Orchestra. Das Album „Der Ganz Normale Wahnsinn“ von 2011 kommt durch das 100 Mann starke Orchester mit einem Big-Band-Sound daher.
Mitten Im Leben

Auch 2014, nach seinem mittlerweile 80. Geburtstag, denkt er noch lange nicht an Ruhestand und ist wie jeher nimmermüde. Es erscheint sogar noch ein neues Album mit dem Titel „Mitten Im Leben“, mit dem er anschließend im Herbst auf die bereits 25. Konzerttournee geht. In einem Interview sagt er angesprochen auf sein hohes Alter noch in einem Interview: „Alter ist nichts für Feiglinge, das ist etwas für mutige Menschen. Das einzige Bedrückende ist, dass man im Alter weiß, dass es nicht mehr so wahnsinnig lange dauert.“ Ende des Jahres verstirbt Udo Jürgens dann im Alter von 80 Jahren an Herzversagen während eines Spaziergangs am Bodensee.
Sein Lebenswerk lässt sich nicht oder nur schwer in kurzen Texten darstellen, denn darüber könnte man eher ganze Bücher verfassen. Es war einfach gigantisch.

photocredit: By Steindy (talk) 23:18, 12 September 2010 (UTC) (Own work) [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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