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Veröffentlicht am 31.07.2015 von Harry Pfliegl

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Talking Heads – Aus Post-Punkern werden Popmusiker

Mehr als ein Vierteljahrhundert, nämlich von 1975 bis 1991, haben die Talking Heads die Welt der Popmusik geprägt. Musikalisch lassen ich die Talking Heads allerdings schwer einordnen. Denn sie stammen eigentlich aus dem Bereich des Art-Punk, gelten als wichtige Vertreter des Post-Punk und des New Wave.

Die Anfänge einer Erfolgsgeschichte

Die Anfänge der Talking Heads liegen in der Rhode Island School of Design, wo sich David Byrne, Chris Frantz und Tina Weymuth Mitte der 1970er kennenlernten. Weil die Musik das gemeinsame Hobby von Byrne und Frantz darstellte, gründeten sie die wenig erfolgreiche Formation The Artistics.

Bereits 1974 brach David Byrne sein Kunststudium ab und zog nach New York, wohin ihm Tina Weymouth und Chris Frantz bald folgten. Beeindruckt von der lebendigen Szene, die sich in Manhattans Lower East entwickelt hatten, gründeten sie eine neue Formation, die sie nach dem TV-Format Talking Heads benannten. Nachdem das Trio einen ersten Auftritt als Vorband der Ramones absolviert hatte, traten sie auch mit weiteren Bands aus der New Wave- und Punkszene auf.

Die Suche nach der eigenen Identität

Nachdem sich Jerry Harrison den Talking Heads angeschlossen hatte, veröffentlichte die Band ihr erstes Album 77. Schon hier thematisieren die Talking Heads eigentlich banale Themen wie Essen oder Gebäude. Die Entfremdung von der realen Welt sowie die eigene Identität wurden ebenfalls thematisch in den vielschichtigen Songs aufgegriffen, was auch für die folgenden Alben charakteristisch werden sollte. Zwar lobten die Kritiker das Debütalbum durchwegs, jedoch blieben die Talking Heads eine Band für Insider.

Die Talking Heads werden facettenreicher

Ab 1978 arbeiteten die Talking Heads mit dem Produzenten Brian Eno zusammen und erweiterten ihr musikalisches Repertoire erheblich. So wurden ab 1979 Einflüsse der Black Music offensichtlich. Als besonderer Meilenstein gilt das Album Remain in Light, in dem die Songs mit einem hochkomplexen Klangteppich unterlegt werden. Allerdings kam es nun auch zu Spannungen innerhalb der Band, weshalb die Talking Heads eine Pause einlegten und die Mitglieder an eigenen Projekten arbeiteten.

Auf dem Höhepunkt

Nach der Bandpause veröffentlichten die Talking Heads das Album Speaking in Tongues, auf dem mit Burning Down The House sogar ein Szene-Hit vertreten war. Der endgültige kommerzielle Durchbruch gelang den Talking Heads allerdings erst mit Stop Making Sense, einem Konzertfilm, auf dem mehrere Auftritte der Band dokumentiert werden. Allerdings hatte David Byrne nun keinerlei Interesse mehr an weiteren Konzerten, sodass die Talking Heads bis zur Auflösung der Band anno 1991 keine Auftritte mehr absolvierten.

In den folgenden Jahren erschienen noch drei weitere Studioalben der Talking Heads, die zwar kommerziell erfolgreich, jedoch sehr viel näher am Mainstream als die vorherigen Alben waren. David Byrne erklärte im Dezember 1991 die Talking Heads schließlich für aufgelöst. Weil er mit den anderen Mitgliedern keine Rücksprache getroffen hatte, ging die Band im Streit auseinander.

Foto: von Jean-Luc (originally posted to Flickr as Talking Heads) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

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