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Veröffentlicht am 09.04.2017 von Stefanie Loske

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Falco – Österreichs Ausnahmemusiker

Wenn von Musik in Österreich gesprochen wird, kommt man an einem Namen einfach nicht vorbei: Falco. Auch wenn der charismatische Sänger bereits Anfang 1998 bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik ums Leben kam, bleibt er bis heute unvergessen.

Früh zeigt sich die Begeisterung für die Musik

Im Februar 1957 wird Falco als Hans Hölzel in Wien geboren. Bereits im zarten Alter von vier Jahren schwingt er den imaginären Taktstock zur Radiomusik und bekommt daraufhin Klavierunterricht. Mit fünf Jahren kann er bereits einige Musikstücke frei spielen und von einem Professor bekommt er das absolute Gehör attestiert. Man sprach von einem kleinen Mozart, doch Hans wollte immer nur eines, Popstar werden.

Von seinem Vater bekommt er später eine Gitarre geschenkt. Schule interessiert ihn da weniger und so bricht er diese mit 16 Jahren einfach ab. Er jobbt daraufhin ein wenig. Er wechselt erneut das Instrument und widmet sich von nun an der Bassgitarre. Als er 17 Jahre alt ist, tritt er seiner ersten Band „Umspannwerk“ bei und kündigt seinen Job. Ohne großartige andere Möglichkeiten, geht er zur österreichischen Armee und besucht danach für drei Semester das Wiener Jazz-Konservatorium. Jetzt wird ihm immer deutlicher bewusst wie groß sein Wunsch, Musiker zu werden, ist.

Falco wird geboren

In Wien ist er ab und zu als Straßenmusiker unterwegs und wird eines Tages von Wickerl Adam entdeckt. Auf dessen Konzerttour mit dem Musikprojekt Hallucination Company tritt Hans 1977 erstmalig als Rockstar Falco auf. Der Name entsteht auf der Grundlage von Falko Weißpfleg, einem ostdeutschen Skispringer.

Falcos Wunsch war es immer, ich abzuheben. Wie ein Rockstar es eben gerne hätte ist. 79´ steigt er aus der Hallucination Company aus und tritt der Polit-Rock Combo Drahdiwaberl bei. Dort steht er das erste Mal am Mikrofon. Noch im selben Jahr spielt er seine ersten eigenen Stücke „Summer“ und „Chance To Dance“.

„Der Kommissar“ wird zum Hit

1980 kommt er mit seinem Song „Ganz Wien“ daher, der alsbald zum Kults innerhalb der Wiener Szene wird. Gerade auch deswegen, weil er wegen seiner Assoziation mit Drogen nicht im Radio gespielt wird. Und schon bekommt Falco von GIG Records einen Solovertrag angeboten, wo er auch gleich den ersten richtigen Hit landet. Mit dem Song „Der Kommissar“ belegt er prompt Platz 1 in Österreich und Deutschland. Und auch in anderen europäischen Ländern taucht der Song in den Hitparaden auf, zusätzlich auch in den USA, Kanada oder auch Guatemala. Er verkauft sich millionenfach.

Der Sprachmix auf Hochdeutsch, Wienerisch und Englisch scheint bei der Welt gut anzukommen. Als 1982 sein Debütalbum „Einzelhaft“ veröffentlicht wird, wird Österreich auf die Weltkarte des Pops katapultiert. Es folgt eine weltweite Promo, zurück kommt ein neuer Falco.

Mit dem plötzlichen Ruhm kann er nicht umgehen

Für ihn ging es von null auf hundert. Fans beginnen seine Wohnung in Wien zu belagern, woraufhin er umzieht. Er kommt mit dem plötzlichen Ruhm nicht gut zurecht. Er wird als arrogant bezeichnet und verfällt dem Alkohol. Sein heiß ersehntes zweites Album „Junge Römer“ verschiebt er immer weiter nach hinten. Als es erscheint sind die Meinungen darüber gespalten und der internationale Erfolg will einfach nicht kommen.

Da er sich vor einem Karriereende fürchtet, arbeitet er intensiv an verschiedensten Dingen, um dem entgegenzuwirken. Er produziert „Helden von Heute“, macht ein Duett mit Désirée Nosbusch und versucht an seinem Image zu feilen. Doch der Druck wird zu groß und so sagt er seine Tournee ab. Alkohol und Drogen werden zu seinen ständigen Begleitern. In Thailand nimmt er sich Mitte der 80er Jahre eine Auszeit.

Nummer-eins-Hit in den USA

Als er nach Wien zurückkehrt, wechselt er sein Management und lernt in dieser Zeit auch seine Frau Isabella kennen, deren Beziehung sich als unglücklich herausstellen sollte. Album Nummer 3 wird ein übermächtiges Popwerk, das Falco dank seiner einzigartigen Texte auf den Höhepunkt seiner Karriere katapultiert. 1986 wird die Single „Rock Me Amadeus“ sogar der erste Nummer-eins-Hit in den USA, der von einem deutschsprachigen Musiker stammt. Auch in Großbritannien, Südamerika und Japan wird der Song ein Erfolg. Die zweite Singleauskopplung „Vienna Calling“ wird ebenfalls weltweit erfolgreich.

Der globale Durchbruch ist geschafft und seine folgende Tour wird zum Triumphzug. Um die dritte Single „Jeanny“ gibt es einen Skandal, doch der heizt alles nur noch weiter an. Trotz der Anprangerung eine Verherrlichung sexuellen Missbrauchs zu sein, steht die Single an der Spitze zahlreicher Hitlisten im deutschsprachigen Raum.

Doch der mentale Druck bleibt weiterhin da, Drogen und Alkohol bleiben immer noch Falcos Fluchtmittel. Nach der Veröffentlichung des Albums „Emotional“ folgt 87´ eine erfolgreiche Welttournee. Die Kollaboration „Body The Next To Body“ mit Brigitte Nielsen Ende des Jahres wird hingegen ein Flop. 1988 erscheint nach kurzzeitiger Trennung von seinem Management das Album „Wiener Blut“.

Das Comeback gelingt erst nach seinem Tod

Doch auch mit diesem Album gelingt ein erneutes Comeback nicht und auch „Data De Groove“ von 1990 kann daran nichts ändern. „Nachtflug“ von 1992 kann wieder etwas mehr Erfolg bringen und so geht Falco im folgenden Jahr nach sechs Jahren wieder erfolgreich auf Tour. Noch im selben Jahr stellt sich heraus, dass seine Tochter Katharina (mit Ex-Frau Isabella) gar nicht seine Tochter ist, woraufhin er sich wieder dem Alkohol, Drogen, aber auch der Arbeit an neuem musikalischem Material widmet. Der Track „Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da“ wird ein Erfolg.

Die Veröffentlichung seines letzten Albums „Out Of The Dark“ von 1998 erlebt der Ausnahmemusiker nicht mehr. Kurz zuvor stirbt er beim einem Autounfall in der Dominikanischen Republik. Später werden in seinem Blut Alkohol und Drogen nachgewiesen.

Noch lange nach seinem Tod wird die Verehrung für ihn deutlich. Auch sein Comeback gelingt nun tragischerweise erst nach seinem Tod. Zu seiner Ruhestätte auf dem Wiener Zentralfriedhof begleiteten den österreichischen Ausnahmemusiker tausende seiner Bewunderer.

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